(Pi)Asana-Serie: Balasana

Habt ihr euch schon einmal so richtig intensiv mit jeder einzelnen Asana (Yogaübung) auseinandergesetzt? Nicht nur einfach praktiziert, sondern euch komplett mit den Hintergründen beschäftigt? Die Auswirkungen auf eure Muskeln und auf eure Energiezentren (Chakren) beobachtet?
Diese Asana-Serie wird euch tiefer in die Welt der Asanas hineinführen.

 

Balasana (Die Kleinkindstellung)

Beginnen möchte ich mit der Stellung des Kleinkindes (Balasana). 
Viele Yogastunden beginnen mit dieser Asana. Warum das so ist, werdet ihr in diesem Artikel erfahren.

 

Wie komme ich in Balasana, auf was muss ich besonders achten?

Nehmt am Ende eurer Yogamatte* einen Fersensitz (Vajrasana) ein. Die Zehen sind gerade noch auf der Matte. Warum beginnen wir nicht mitten in der Matte? Beim Übergang zur nächsten Asana, dem Hasen, streckt ihr eure Hände nach vorne aus und wenn ihr hinten auf der Matte beginnt, dann habt ihr die Matte räumlich perfekt ausgenutzt.

Während ihr nun so mit dem ´Gesäß auf euren Fersen sitzt, spürt ihr die Dehnung in den Oberschenkeln oberhalb eurer Knie. Hier wird der Musculus quadrizeps gedehnt, denn alle vier Köpfe des M. quadrizeps haben ihren Ansatz unterhalb der Kniescheibe an der sogenannten Tuberositas tibiae. 

 

 

Anmerkung zum Bild: 4 Köpfe des Quadrizeps: Rectus femoris + Vastus medialis + Vastus lateralis (+ Vastus intermedius hinter Rectus femoris) 

 

Ebenfalls wird der Fußspann, genau genommen der vordere Schienbeinmuskel (M. tibialis anterior), gedehnt.

 

Wenn das vollständige Einnehmen des Fersensitzes nicht möglich ist, weil der Quadrizeps beziehungsweise der Tibialis anterior zu verkürzt sind, dann rate ich dazu diese Asana täglich für kurze Zeit einzunehmen. Damit ihr mit dem Po aber nicht in der Luft hängt, legt euch ein Kissen oder einen Yogablock unter das Gesäß, damit ihr loslassen und nach und nach eure Dehnung verbessern könnt. 

Wer Probleme mit den Menisken hat, sollte sich unbedingt eine Decke oder ein Kissen in die Kniekehle legen, damit die Knie nicht maximal flektiert sind und der Druck auf die Menisken nicht zu hoch wird. 

 

Piasana Yogamatte*
Piasana Yogamatte*

Nachdem ihr nun also den Fersensitz eingenommen habt, beugt ihr euren Oberkörper nach vorne über die Oberschenkel und legt eure Stirn vor eure Knie auf die Yogamatte. Indem ihr die Stirn auf die Matte legt, wird sowohl durch die Vorbeuge als auch durch den Kontakt eurer Stirn mit der Matte euer sechstes Chakra (Ajna-Chakra) aktiviert. Dieses Chakra wird auch "Drittes Auge" genannt. Achtet mal darauf, dass genau der Bereich zwischen den Augenbrauen die Matte berührt und dadurch stimuliert wird. Dieses Chakra stellt den Kontakt zu eurer Intuition her. Intuitiv werdet ihr nun auch merken, wie euer Bauch nun auf den Oberschenkeln aufliegt und dadurch zugleich eure Organe komprimiert werden. Genau so ist es richtig, denn dadurch, dass der Bauch und die inneren Organe auf den Oberschenkeln aufliegen, werden diese bei jedem Atemzug massiert. 

Ganz am Anfang lasst ihr auch den Bauch noch komplett locker und drückt ihn bei jeder Einatmung maximal gegen die Oberschenkel. Das ist schon mal richtig entspannend, da wir ungeniert unseren Bauch "raushängen" lassen können und keiner sieht es. Nach circa zehn Atemzügen gehen wir in die Ujjayi-Atmung über (dazu wird es einen eigenen Artikel geben). Während der Ujjayi-Atmung werden die tiefen Bauchmuskeln angespannt. Der Widerstand der Oberschenkel wird nun also durch den Widerstand der Bauchmuskeln abgelöst. Dadurch trainieren wir unser Zwerchfell. Das  Zwerchfell ist  eine Muskelsehnenplatte und muss wie ein normaler Muskel trainiert werden. Durch die bewusste Atmung und die Massage der inneren Organe aktivieren wir den Parasympathikus. Das ist jener Teil des vegetativen Nervensystems, der für die Entspannung und Organtätigkeit zuständig ist. 

 

Bevor wir uns der Positionierung der Schultern und Arme widmen, sei noch darauf hingewiesen, dass Balasana auch ordentlich den großen Gesäßmuskel (M. gluteus maximus) dehnt. 
Wohin also mit unseren Armen? Die Arme werden neben den Körper gelegt, wobei die Hände auf Höhe der Füße liegen und die Handinnenflächen zur Decke zeigen. Die Schultern zieht ihr möglichst weit weg von den Ohren, um keine Enge im Nacken zu erzeugen. 

 

M. rhomboidei (bestehend aus: Rhomboideus minor + Rhomboideus major)
M. rhomboidei (bestehend aus: Rhomboideus minor + Rhomboideus major)

Balasana ist die einzige Asana im PhysioFlowYoga*, bei der die Schultern nach vorne hängen. Dieses "Nach-vorne-Hängen" der Schultern wird ansonsten bei jeder einzelnen Asana vermieden, da wir das ohnehin ständig im Alltag machen, beispielsweise im Büro, bei der Hausarbeit, beim Autofahren. Überall haben wir die Hände und damit auch die Schultern vor unserem Körper. Die Yogapraxis soll uns helfen, dass wir nicht alle als kleine Quasimodos mit riesigem Buckel enden. 
Wieso machen wir es aber in Balasana?

Zum einen, um den Unterschied zu den anderen Asanas, bei denen wir die Schultern immer nach hinten ziehen (Retraktion) zu spüren. Zum anderen machen wir Balasana als Ruhepause während der Yogastunde, um die Atmung wieder zu regulieren und die Schultern komplett zu entspannen. 

 

Schließlich dehnen wir hier unsere Rhomboidei. Diese sind in sämtlichen Asanas für die Retraktion zuständig, d.h. die Rhomboidei ziehen die Schultern nach hinten. Dadurch sind sie ständig kontrahiert und können zum Ausgleich in Balasana gedehnt werden. Durch unsere ständige bucklige Alltagshaltung sind sie allerdings ohnehin schon sehr gut gedehnt ;)

Kommen wir nun noch zu der Frage: Warum beginnen wir die Yogastunde meistens in Balasana (Child´s Pose)?

Hier kann der Teilnehmer erst einmal in Ruhe in der Stunde ankommen. Der Teilnehmer kommt ganz zu sich selbst, denn in der Kleinkindstellung kann man nichts außer den Boden sehen und schließt deshalb automatisch die Augen. 

Schließlich ist Balasana für uns Yogalehrer die perfekte Asana, um mit dem Teilnehmer den ersten Kontakt aufzunehmen, indem man sanft den Nacken, die Schultern und den Rücken des Yogaschülers massiert. 

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